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Auf dieser Seite finden Sie eine Zusammenfassung der mittlerweile über 700 jährigen Geschichte des Ortes Kirrbergs, zusammengefasst von unserem ehemaligen Pfarrer Alfons Gebhart.

Da diese Zusammenfassung zwar recht kompakt ist, aber in 700 Jahre doch einiges passiert, was zu erwähnen
ist haben wir uns entschieden ihnen nicht den kompletten Text auf einmal "an den Kopf zu werfen".
Es werden also in unregelmäßigen Abständen weitere Teile des Textes "700 Jahre Kirrberg" aus der Festschrift
zur 700-Jahrfeier Kirrbergs auf dieser Seite zu finden zu sein.
Sie müßen sich aber keine Sorgen machen, daß Sie etwas versäumen. Denn wir werden alle älteren Teile in
einem Archiv ablegen, so daß Sie jederzeit wieder auf alles zurückgreifen können, was schon mal auf dieser Seite stand.







700 JAHRE KIRRBERG
von Pfarrer Alfons Gebhart



Teil 6: Unter Zweibrücker Herrschaft


Den Zweibrücker Herzog Johann Casimir hatte es nach Schweden verschlagen. Er heiratete die Schwester Gustav Adolfs. Ihr Sohn Karl Gustav, ein Zweibrücker, wurde König von Schweden. Er verbot in Zweibrücken Landen den kathol. Glauben. Dennoch blieb in den Orten, in denen während der Reunion kathol. Untertanen sich angesiedelt hatten, so auch in Kirrberg, die kathol. Religion erhalten.
Hatte einst Herzog Johann die Reformierten, die Franzosen während der Reunion die Katholiken begünstigt, so suchte der schwedische König Karl XII. die Lutheraner in Zweibrücker Landen zu fördern.
Dann erbte Gustav Samuel, Großneffe Gustav Adolfs, im Jahre 1719 das Herzogtum Zweibrücken. Er war mittlerweile selbst kathol. geworden, und versuchte, die krichlichen Verhältnisse in guter Harmonie zu ordnen. Er begründete ein geordnetes Staatswesen und legte das Fundament für eine neue Blütezeit.
Durch den Vertrag zwischen Nassau und Zweibrücken fielen 1755 einige Dörfer so auch Kirrberg ganz an Zweibrücken. Herzog Christian IV. ordnete vieles zum allgemeinen Wohl der Untertanen. 1758 wurde er katholisch. Er berief Künstler und Wissenschaftler an seinen Hof. Den schönen Künsten der Wisscenschaft, der Manufaktur öffnet der Herzog Tür und Tor. Zweibrücker Porzellan wird zu einem begehrten Artikel. Die ganze Pracht eines Fürstenhofes entfaltete sich.
Als Christian IV. 1775 bei der Hischjagd tödlich verletzt wurde, trat sein Neffe Carl August die Regierung in Zweibrücken an. Er war vermählt mit Maria Amalia von Sachsen. Als Anwärter dreier Kronen: Bayern, Kurpfalz und Zweibrücken stand er auf der Höhe der Macht.
Die Residenz in Zweibrücken genügte seinen Ansprüchen nicht mehr. Er ließ nach dem Vorbild von Versailles ab 1777 Schloß Carlsberg mit Orangerie, Vergnügungsparks und Kasernen bauen.
Seine Gemahlin Maria Amalia ließ 1783 - 85 unsere Kirrberger Kirche neu aufbauen. Das Turmkreuz, heute in den Freianlagen um die Kirche, trägt noch die Jahreszahl 1785. Im Kirchturm lätete zum Gottesdienst die einzige Glocke, die von Christoph Klein im Jahr 1767 in Ernstweiler gegossen worden war.
Das ursprünglich Nassau-Saarbrücksche Hofgut in Kirrberg umfaßte über 200 Morgen Land an Äckern, Wiesen, Wäldern und Willerungen. Immer wieder verpachtet warf es für die Obrigkeit große Gewinne ab, wenn auch mancher Pächter gewollt im Rückstand blieb.
Der Kirrberger Bann umfaßte damals 2.880 Morgen Ackerland, 250 Morgen Waldungen, zusammen 3.130 Morgen. Die Kirrberger Gemeinschaft hatte 1.285 Morgen Ackerland, 430 Morgen Wald, zusammen 1.715 Morgen. Im Jahre 1755, da alle Kirrberger Besitze an die Zweibrücker Herrschaft fielen, werden für Kirrberg 59 Bürger, Wittweiber und Hintersassen gezählt.
Im Jahre 1767 richtet die Kirrberger Gemeinde ein Gesuch an den Zweibrücker Herzog zur Errichtung einer Schule. Die Kinder waren bisher dann und wann von einem Ludimagister (Spiellehrer) unterrichtet worden. So weilte u.a. der Schulmeister Felix Gross einige Jahre in Kirrberg. Gerade an ihm wird deutlich, wie in jenen Zeiten wirtschaftlicher Not und bei damaligen Einwandererwellen Menschen aus weit entfernten Gegenden hierher kamen und Brot und Arbeit suchten.
1729 war Felix Gross in St. Anton am Arlberg geboren. Auch er hatte ein Handwerk erlernt und kam schon früh in unsere Gegend. Er war zunächst Schulmeister in Bierbach, dann in Kirrberg.
Wie weit die schulische Bildung gediehen war, bezeugt das Bittgesuch der Kirrberger für ein neues Schulhaus, geschrieben am 13. Mai 1767. Sieben Personen hatten das Gesuch unterschrieben, weitere 21 konnten nur mit einem Kreuz ihr Votum schreiben.




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