Der Ort - Kirrberg


Aktuelles
Vereine und Verbände
Veranstaltungskalender
Der Ortsrat
Der Ort - Kirrberg
Ortsarchiv
        Informationen
        Bilder
        Historisches
Links
Home
e-Mail
Impressum


700 JAHRE KIRRBERG
von Pfarrer Alfons Gebhart



Teil 2: Merburg und Kirrberg werden erstmals erwähnt

Die Merburg soll in der salischen Zeit zwischen 1024 und 1080 auf dem Malafelsen in Kirrberg erbaut worden sein und soll der Straßensicherung gedient haben. Um 1172 werden Ritter von der Merburg als Ministerialien genannt.
Ritter und Adelige dienten Fürsten als Vasallen. Ihrem Herrn gegenüber waren sie zu Kriegsdienst verpflichtet und erhielten als Lohn Ländereien zu Lehen. Für ihren Lebensunterhalt hatten besitzlose Bauern zu sorgen. Ritter und Adelige wohnten auf Burgen oder Ansitzen. Als Freie konnten sie bei Gericht bezeugen und bei Schenkungen als Siegler (Notare) fungieren.
Im Lehensbuch der Reichsministerialien werden die BrüderGraf Dietrich von Merburg und Graf Otto von Huneburg genannt. Dietrich wird auch als Zeuge im Landfrieden des Kaisers Friedrich Barbarossa erwähnt.
Die Merburg wurde aufgegeben und derSitz auf die Huneburg verlegt, aus dem später Homburg wurde. In der Stiftungsurkunde von Wörschweiler werden 1180 Hermann, Reiner und Walter von der Merburg genannt, die wohl Vasallen des Grafen von Huneburg waren.
Die Homburgischen Besitze erlitten später das Schicksal der Zerstückelung und des Ausverkaufs, wobei sie an verschiedene Herrschaften gelangten. Das Zweibrücker Haus hat nach dem Bolander Lehenbuch die Güter von Huneburg-Homburg übernommen.
Kurt Hoppstädter, der sich mit der Erforschung der Burgen des Saarlandes intensiv beschäftigte, beschreibt die Reste der Merburg. Schon Tileman Stella schildert in seiner Amtsbeschreibung im Jahre 1563: "Die Merburg ist ein alter Burgstall, hart an dem Merwoge auf der hohen Kopp gelegen, man findet daselbst nocht die Mauern."
Im Jahre 1977 wurde die Merburg von Wolfgang Müller intensiv erforscht, viele Funde sichergestellt und einige Mauern wieder aufgebaut.
Ein Lodevic von Kirperg wird 1203 als Zeuge bei der Übertragung von Gütern an den Abt von Werneswildre genannt.
1237 und 1240 werden Veräußerungen von Kirrberger Gütern verzeichnet.
In der im Bayerischen Staatsarchiv noch erhaltenen Urkunde erfahren wir erstmals Genaueres über die pfarrliche Organisation in Kirperg, das eine Filiale von Lambsborn ist. "Am 12. März 1290, dem Sonntag, der genannt wird "Laetare Jerusalem" (= "Freue dich, Jerusalem") bekennen Probst Heinrich und das Kapitel von Hornbach, daß der Abt und der Konvent des St. Pirminiusklosters zu Hornbach ihrem Stift zu Ausbesserung der Stiftspfründen, die Seelsorger der Kirchen zu St. Johann und Lamespuren samt der zugehörigen Capella zu Kirchperch unter der Bedingung überlassen, daß sie dem Abte jeweilstaugliche Priester als Vikarefürdiese Kirchen behufs Präsentation an den Diözeseanbischof benennen und diesen Vikaren ausreichend Lebensunterhalt gewähren. Sie versprechen zum Dankdafür, an den hohen Festtagen am Gottesdienst und an der Prozession der Mönche sich zu beteiligen."
Klöster verfügten übergrößere Landbesitze. Denn schon bei der Gründung wurden sie von weltlichen Herrschaften beschenkt, und sie erwarben durch Rodung und Urbarmachung neues Land hinzu. Klösterlicher Besitz lag weit verstreut und erfaßte Dörfer, Mühlen, Weiher und Ländereien. Der geographische Bereich von Wörschweiler war sehr groß.
Leibeigenschaft und Frondienst der Bauern wurde im 14. Jhrh. gelockert. Der Bauernstand wurde ausgeprägter. Freie Bauern konnten Land kaufen und verkaufen und sie zählten zu den "Ehrbaren", während Tagelöhner und Hüttner den "Gemeinen" angehörten.
Um 1300 werden verschiedene Verträge geschlossen, so unter Walram 1. von Zweibrücken mit dem Konrad, der hinter der Kirch in Kirrberg wohnt, ferner unter Graf Ludwig von Homburg mit den Eheleuten Albert und Giselburg von Kirperich IhrerGüter wegen im Bann Onesheim.
Die Homburger Grafen sind oft in finanziellen Nöten und leihen für aufgenommene Darlehen herrschaftliche Güteroderverkaufen sie. So werden der Hof der Merburg, die Mühlen im Kirrberger Tal und der Nachlaß des Geistlichen in Kyrpurg als Pfand eingesetzt.
1423 erfahren wirden Namen des Kirrberger Pfarrers:Johann, der Pfarrherrzu Kirperg siegelt den Vertrag zwischen Peter von Willer und Niklaus von Kirperg. 1434 übergibt Graf Johann zu Homburg dem Kloster Werschweiler alles, was wir han in dem Gericht und Bann zu Kirperg und den Hof zu Merburg. 1441 erben die Grafen von Zweibrücken Güter und Gülten im Lambsbachtal. Graf Johann von Homburg war kinderlos gestorben und die Zweibrücker erheben als Erben Anspruch auf Homburg. Eine 3jährige Fehde zwischen beiden Herrschaften wird beigelegt durch die Heirat des Grafen von Nassau und der Zweibrücker Fürstentochter. So erhält Nassau das Land vom Ernstweilertal bis zum Stumpfen Gipfel, das als "Kirrberger Gemeinschaft" in die Geschichte eingeht.




zurück zum Archiv-Index




© 2000/01 by Stephan Schlicker