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700 JAHRE KIRRBERG
von Pfarrer Alfons Gebhart



Teil 4: Limbacher Vertrag und Kirrberger Namen vor dem 30jhr. Krieg und dem 30jhr. Krieg

Zwischen Pfalzgraf Johann von Zweibrücken und Graf Ludwig von Nassau wird im LimbacherVertrag von 1603 der Kirrberger Bann neu abgesteckt, nachdem die PfalzZweibrückischen sich beschwert hatten, daß die Nassauischen die Grenzsteine zwischen Homburg und Kirrberg versetzt hätten. Es ging dabei um die Rechte des Zehnten, der Jagd, des Viehtriebes. Und es ging um die Abgrenzung beider Fürstentümer und dem Kloster Wörschweiler gegenüber. Der südliche Teil des Dorfes Kirrberg wird Zweibrücken zugeteilt, der nördliche Teil geht nach Nassau. Der Lambsbach und die Heimbach bilden die Grenze. Die Grenzsteine werden bezeichnet mit: Pfaltz, Nasaw, Wen: Wes, Kipp und darunterjeweils die Nr.24 Grenzsteine umschlossen den neuen Kirrberger Dorfbezirk, dem Nassauer zugehörig, insgesamt 1.930 Ruthen, das ist 1 Meil und 130 Ruthen. Es folgt die Grenzbeschreibung des Werschbache Kirrberger Banns, fürden Pfalz-Zweibrücken zuständig ist, mit den Steinen 9 - 13, das sind 78 Ruthen. Dann die Steine derselben Herrschaft Nr. 13 - 39, das sind 2.079 Ruthen, das ist 1 Meil und 279 Ruthen. Die Zweibrückischen haben nach wie vor das Recht, einmal im Jahr mit ihrem Rindvieh bis in das Dorf Kirrberg an die Bach zu fahren (weiden) und bei derselben zu tränken. In diesem Vertrag sind viele Namen von Gewannen, Bächlein, Lokalitäten aufgezählt, die heute noch erhalten sind.
In dem Manuskript "Geschichte von Homburg" erwähnt Pfr. Fischer die Namen der Kirrberger Bevölkerung vor dem 30jhr. Krieg. Die Namen hier in alfabet. Reihe: Bach, Bartel, Becker, Braß, Bresser, Clausens, Cramer, Dominian, Fuher, Gangolf, Germerts, Hernich, Hack, Haucken, Hauperl, Hetzel, Kalkbrenner, Klein, Laver, Lohnhart, Lotz, Marken, Meyer, Oster, Paulus, Peters, Pfennigmeister, Philipps, Schmitt, Schneider, Schwarz, Schwinn, Schnurr, Strohschneider, Spor, Velten, Volmar, Wagner, Weber, Welsch, Wendel, Windmüller, Ziliox.
Mehrmals war der schwarze Tod, die Pest, über das Land gekommen, und hat es in eine großes Leichenfeld verwandelt. Dann kam es 1618 zu dem schrecklichen 30jhr. Krieg, in dem die protestantische Union und die katholische Liga sich bekämpften. Franzosen, Schweden, Dänen, Böhmen standen sich mitten in Deutschland gegenüber. Ein politisches Unternehmen, das anfangs aus religiösen Argurnenten Daseinsberechtigung zu ziehen suchte, aberfürdie Beteiligten waren dann nicht mehr religiöse Motive ausschlaggebend.
Wie immer trug der kleine Mann Leid und Last des Krieges. Arme Bauern wurden haufenweise mitten in die Flammen brennender Häuser geworfen oder wie Hunde niedergeschossen, Kirchen aufgebrochen, Altäre niedergerissen. Weibspersonen wurden öffentlich geschändet und nach verübter Untat ins Feuer geworfen.
Schweden und Franzosen hatten unseregesamte Umgebung besetzt. Große Lieferungen von Lebensmitteln wurden verlangt und neue Musterungen erfolgten. Nach der Schlacht bei Nördlingen 1634 fluteten die Heere durch die Pfalz. Die Verwüstung durch Feuer und Schwert, Raub und Plünderung nahm kein Ende.
Schicksalhaft wurde das Jahr 1635. Auf Befehl des Generals von Gallas hat der Heerführer von Hatzfeld das schwedische "gelbe Regiment" in der Pfalz besiegt und das umliegende Gebiet geplündert und verwüstet. Die sich zurückziehenden kaiserlichen Kroaten schleppten im Herbstdie Pest ein. Wer nicht den Kriegstod erlitten hatte, oder an der Pest gestorben war, flüchtete, um weiteren Brandschatzungen zu entgehen. Das nackte Leben galt es noch zu retten. So wurden Homburg und Kirrberg menschenleer.
Die Pest erschütterte durch das Grauenhafte ihres Auftretens immer wieder den gesamten Bestand der Gesellschaft. Zwischen 1564 und 1666 wurde unsere Heimat nicht weniger als 11 mal von dieser Epidemie heimgesucht.
Schon bald nach dem schrecklichen Krieg bemühte sich Herzog Friedrich von Zweibrücken um die Wiederbesiedlung des völlig entvölkerten Landes. In einer Verordnung vom Jahre 1653 forderte er die geflohenen Landsleute zur Rückkehr in die alte Heimat auf, da die Häuser zerfallen und in Verwüstung geraten. Steuerfreiheit sollte es geben für die Reparatur an Häusern, für das Roden der Felder.
Doch der Aufruf zeigte wenig Resonanz. Die Erfassung der wenigen Steuerpf lichtigen bereitete wenig Mühe. Der Zweibrücker Herzog aber brauchte Untertanen bzw. deren steuerliche Abgaben. Die Fürsten hatten im Westfälischen Frieden volle Landeshoheit erhalten und wollten nun nach dem Vorbild Ludwig XIV. in Luxus und Pracht leben.




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